EXIT TWO-FOUR-ONE

© Irmgard Rausch
Allein gelassen im Spannungsfeld innerer und äußerer Reize, klammern wir uns an die erstbeste Couch im trügerischen Schutzraum unserer vier Wände. Tun alles um Boden unter den Füßen zu bekommen, um Belastungen abzuschütteln. Suchen nach Antworten in einer Welt, die viel zu groß für uns ist. Da sind wir ja. Unsere Beine, der Bauch, die Brust, der Kopf, die Arme. Da ist unser Platz. Wir versuchen zu verstehen, uns verständlich zu machen, hinzuweisen auf den Wert unserer Einzigartigkeit. In der Angst vor Ruhe und Stillstand flüchten wir gierig in immer neue Verlockungen, Grenzen ausdehnend, überschreitend.

 

In einem ruhig-dynamischen Solo begibt sich Leonie Wahl in einer Reise auf die Suche nach ihrer Identität. Mit Körper und Sprache versucht sie eine Kommunikation zu sich selbst aufzubauen mit dem Verlangen, ein inneres Gleichgewicht zu finden. Diese zwei instinktiv angelegten Ausdrucksarten greifen jedoch ungeordnet ineinander und zwingen sie zunehmend zu mehr Impulsivität. Ihrer Instabilität und inneren Zerrissenheit versucht sie zu entweichen, indem sie immer wieder in illusorische Welten eintaucht. Von unbewussten Kräften beherrscht, fällt sie in emotionale Ausweichmanöver.

Sie muss aufzeigen, wo wir zu finden sind. Aufschreien, um sich schlagen, sich frei machen, sich durchschlagen, um für uns Spielraum zu schaffen zum Atmen, zum Träumen, zum eigenen Denken. Ausgesetzt in einer heillosen Welt, wagt sie neue Wege zu gehen. Findet Halt, Waffen und Werkzeuge, erlebt Angst, Glück und Entspannung vor dem sicheren Ende. Zu sich und den anderen gekommen, ganz groß geworden, kann sie sich in Liebe fallen lassen, bekommt das Kind einen eigenen Namen.

 

Choreographie | Elio Gervasi
Tanz | Leonie Wahl
Lichtdesign | Markus Schwarz
Musik | Albert Castello
Kostüm | Ricardo Cosendey

 

 

Fotos: Irmgard Rausch